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Saisonvorbereitung Poolbillard

Trainingsplan Saisonvorbereitung – 6 Wochen

Anbei ein Beispiel für eine Saisonvorbereitung Poolbillard Bezirksliga. Ziel: Verbesserung der Basisqualitäten Stop, Zugball und Nachläufer sowie das Positionsspiel (diese Inhalte werden auch in der Bundesliga trainiert). Individuell kann und sollte jeder auch am Senken, Zielen und an der Routine arbeiten. Das Technikleitbild der DBU kann dabei helfen. Letztendlich wird sich der Erfolg nicht nur durch genaueres und besseres Spiel einstellen, sondern dadurch, dass jeder seine eigenen Spielfähigkeiten besser einschätzen kann und in der entscheidenden Situation überlegt, ob er das Spiel sicher beenden kann oder besser einen Safe spielt. Dieses taktische Verhalten lässt sich auf jede Spielstärke übertragen und kann auch gut von unseren Newcomern in der Verbandsliga anwendet werden. Es müssen auch nicht unbedingt umfangreiche Trainingseinheiten durchgeführt werden. Es könnten auch Mikroeinheiten bei jedem Clubbesuch zum aufwärmen sein:  10 Stop, 10 Zugbälle, 10 Nachläufer, eine SafeÜbung, eine Endlosübung (8 und 9 oder Pat 1 Endlos mit 7, 8, 9). Jeder Stoss mit Konzentration auf die Routine. Immer einfach anfangen und das Niveau langsam steigern.

Viel Spass!

Umfang: 2 Trainingseinheiten pro Woche
Dauer: jeweils ca. 2 Stunden
Ziel: Stabilisierung der Basisqualitäten und Übertragung in Spielsituationen

Gewichtung der Trainingsinhalte

Phase

Schwerpunkt

Anteil

1

Basisqualitäten & Technik

30 %

2

Senken / Lochen

25 %

3

Positionsspiel

20 %

4

Safespiel

15 %

5

Serien- und Spielsituationen

10 %


Woche 1 – Wo stehe ich und Basisqualitäten

Einheit 1: Technik und Lochen

15 Min. – Einspielen

  • Gerade Bälle

  • kurze und mittlere Distanzen

  • Spielball immer wieder auf die gleiche Position bringen

  • Konzentration auf Stand, Kopfhaltung und Stoßbewegung

30 Min. – Gerade Bälle

  • 10 Bälle in kurzer Entfernung

  • 10 mittlere Entfernungen

  • 10 lange Bälle

Ziel: mindestens 27 von 30 Bällen.

Danach Entfernung erhöhen.

30 Min. – Schnittbälle

  • Viertelball

  • halber Ball

  • Dreiviertelball

  • verschiedene Laufwege des Spielballs

30 Min. – Positionsspiel
Ein Objektball wird gelocht. Danach muss der Spielball innerhalb eines vorher definierten Zielfeldes liegen.


Woche 2 – Senken unter verschiedenen Bedingungen

Jetzt wird die Locherleistung systematisch erweitert.

Übungen

Stopball-Serie

  • 10 Bälle

  • nach jedem Stoß möglichst exakt Stopball

  • Ziel: mindestens 8/10

Nachläufer

  • 10 Wiederholungen

  • Spielball muss eine definierte Distanz nachlaufen

Rückläufer

  • kurze und mittlere Rückläufer

  • anschließend Kombination mit dem nächsten Objektball

Lange Bälle

  • Objektball nahe Fußpunkt

  • Spielball vom Kopffeld

  • 20 Versuche

Hier sollte bereits mit einer Trefferquote gearbeitet werden.


Woche 3 – Positionsspiel

Das Positionsspiel sollte nicht einfach durch „irgendwie gut liegen“ trainiert werden.

Für jeden Stoß wird vorher festgelegt:

Wo soll der Spielball landen?

Zielfeldtraining

Auf dem Tisch werden beispielsweise vier Zielbereiche definiert.

Nach jedem Stoß:

  • Zielfeld getroffen → 1 Punkt

  • Spielbar, aber außerhalb → 0 Punkte

  • Foul / kein Ball → −1 Punkt

20 Stöße pro Spieler.

Ziel nach mehreren Trainingseinheiten:

mindestens 15 von 20 Zielpositionen erreichen.

Besonders trainieren

  • Stopball

  • Nachläufer

  • Rückläufer

  • 1-Banden-Lauf

  • 2-Banden-Lauf

  • natürliche Laufwege


Woche 4 – Safespiel

Jetzt wird bewusst nicht auf das Lochspiel, sondern auf Kontrolle trainiert.

Übung 1: Objektball verstecken

Ein Objektball wird so gespielt, dass der Gegner ihn nicht direkt anspielen kann.

Bewertung:

0 Punkte: Gegner hat direkten Ball
1 Punkt: schwieriger Ball
2 Punkte: kein direkter Ball
3 Punkte: gleichzeitig gute Ausgangsposition für den eigenen nächsten Stoß

Übung 2: Cue-Ball-Safe

Der Objektball bleibt spielbar, aber der Spielball wird hinter einem anderen Ball versteckt.

Übung 3: Zwei-Wege-Safe

Besonders wichtig für die Bezirksliga:

Kann ich den Ball lochen – und habe ich gleichzeitig eine sichere Alternative?

Der Spieler muss vor jedem schwierigen Ball entscheiden:

Lochen oder Safe?

Diese Entscheidung sollte trainiert werden, nicht erst im Wettkampf entstehen.


Woche 5 – Safe + Positionsspiel

Jetzt werden die Elemente verbunden.

Spielsituation

Ein Spieler erhält einen schwierigen Tisch.

Er hat drei Möglichkeiten:

  1. offensiv spielen

  2. defensiv spielen

  3. Sicherheit mit anschließendem Positionsvorteil

Der Spieler muss seine Entscheidung vor dem Stoß laut nennen.

Danach wird die Situation bewertet.

Das trainiert die wichtige Wettkampffähigkeit:

Nicht den schönsten Stoß spielen, sondern den sinnvollsten Stoß.


Woche 6 – Wettkampfvorbereitung

Die letzte Woche sollte deutlich spielnäher werden.

30 Min. – Einspielen

Nur noch bekannte Basisübungen.

30 Min. – Serien

8-Ball oder 9-Ball:

  • Break

  • erster Ball

  • Positionsspiel

  • Serie

Dabei wird die Anzahl der erfolgreichen Aufnahmen gezählt.

45 Min. – Matchtraining

Best of 5 oder Best of 7.

Dabei werden zusätzlich dokumentiert:

  • Breakerfolg

  • Fehler beim Lochen

  • Positionsfehler

  • unnötige Safes

  • erfolgreiche Safes

  • einfache Bälle verschossen

  • gewonnene Aufnahmen

15 Min. – Auswertung

Jeder Spieler beantwortet:

Was funktioniert bereits zuverlässig?

Wo entstehen die meisten Fehler?

Welche Situation kostet mich im Match die meisten Spiele?


Ein wichtiger Bestandteil: Fehlerstatistik

Für die Bezirksliga würde ich eine einfache Statistik über die gesamte Vorbereitung führen.

Bereich

Ziel

einfache Bälle verschossen

< 5 %

mittlere Bälle

> 80 %

lange Bälle

> 65 %

Zielfeld Positionsspiel

> 75 %

erfolgreiche Safes

> 70 %

unnötige Risikoentscheidungen

möglichst < 10 %

Die konkreten Zielwerte können anschließend an das tatsächliche Spielniveau der Mannschaft angepasst werden.

Mannschaftstraining

Ein besonders effektives Training wäre außerdem ein „Bezirksliga-Match“:

Zwei Spieler spielen gegeneinander. Nach jedem Spiel wird nicht nur das Ergebnis notiert, sondern warum das Spiel gewonnen oder verloren wurde.

Beispielsweise:

1 Fehler beim Lochen
2 Positionsfehler
1 misslungener Safe
0 Breakfehler

Dadurch entsteht nach sechs Wochen ein sehr aussagekräftiges Profil jedes Spielers.

Der wichtigste Grundsatz der Vorbereitung sollte sein:
Erst Sicherheit und Kontrolle, dann Geschwindigkeit und Risiko. Ein Bezirksliga-Spieler gewinnt viele Partien nicht durch außergewöhnliche Bälle, sondern dadurch, dass er einfache Bälle zuverlässig senkt, den Spielball kontrolliert und schwierige Situationen mit einem guten Safe entschärft. 

Qualifiziertes Billard-Training

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